100 Jahre sind ein guter Anfang -- Feier der Ver.di Bildungsstätte Brannenburg

Unter diesem Motto stand die 100 Jahr Feier der ver.di Bildungsstätte Brannenburg, zu der auch der mti Bayern geladen war.

Am Vorabend begrüßte Marion Fendt, Leiterin der Bildungsstätte, die Gäste zu einem zu einem unterhaltsamen und tiefsinnigen Abend es Musikkabarettisten Josef Buschmann.

Zum offiziellen Festprogramm konnte Marion Fendt dann am Samstag ca. 200 Gäste begrüßen. Sie bedankte sich bei den Mitarbeitern des Hauses für die hervorragende Vorbereitung und hob hervor dass in ver.di daheim allemal besser ist als Seminare in Hotels.

Josef Falbisoner, ehemaliger Landesleiter Bayern, machte mit uns eine sehr humorvolle und kurzweilige Zeitreise durch die Geschichte der Postgewerkschaft vom königstreuen Gewerkschaftsverband bis ver.di, von der Geschichte des Hauses Brannenburg, von der Zeit Thurn und Taxis bis heute.

Monika Brandl, Vorsitzende des Gewerkschaftsrates, hob in ihrem Grußwort hervor, dass der Schlüssel zu Friede und Freiheit die Bildung sei.

Frank Bsirske, Vorsitzender ver.di, hob hervor, dass beim Kauf des Hauses Brannenburg Urlaub/ Sommerfrische noch ein Privileg des Adels war. Bildungsarbeit gehört zu den Kernelementen und Fundamenten der gewerkschaftlichen Arbeit, der Zugang zu Wissen ermöglicht die Auseinandersetzung in Betrieb und Gesellschaft. Die Anleitung zum mächtig sein, ist die qualifizierung der betrieblichen Interessenvertretung, so Frank. Dazu gehört auch der Austausch und die Begegnung, die ein Hotel niemals ersetzen kann. Insofern kommt dem Haus Brannenburg eine besondere Bedeutung zu. Mit den Schwerpunktthemen des Hauses, wie „Wasser ist Leben“, „Brannenburger Forum für nachhaltige Entwicklung“, „Energiewende“ werden in dem Haus wichtige Akzente gesetzt, dies wollen wir so fortführen, so schloss Frank seine Ausführungen.

Matthias Jena, DGB Vorsitzender Bayern, erinnerte daran, dass trotz google und wikipedia der gemeinsame Austausch durch nichts zu ersetzen ist.

Diana Bösch, Mitglied des ver.di Bundesvorstandes, bedankte sich bei den Beschäftigten, der Leitung, den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit in diesem Haus, das eine lange Tradition hat ohne traditionell zu sein, wie die Ausrichtung auf die Zukunftspläne zeigen.

Linda Schneider, stv. Landesbezirksleiterin Bayern, hob die Dienstleistungsfunktion der Bildungsarbeit hervor und forderte ein Bildungsfreistellungsgesetz für Bayern.

Luise Klemens, Landesbezirksleiterin Bayern, hob hervor, dass man für Veränderungen ein Leben lang kämpfen müsse. (die Schwachen kämpfen nicht, die Unentbehrlichen ein Leben lang)

In ihrem Schlusswort erinnerte Marion Fendt daran, dass die Kluft zwischen arm und reich wächst, dass nationale Interessen zunehmen und dass die Sicherung der Lebensgrundlage und Arbeitsplätze die Herausforderung der Zukunft sei.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Münchner Gewerkschafts Chor. Den Abend konnte man in geselliger Runde, begleitet von einem amüsanten Musikprogramm verbringen.

Anlässlich der 100 Jahr Feier möchten wir auch auf unser mti Umweltforum vom 01. – 03.08.2014 hinweisen, das bis auf einige Restplätze bereits ausgebucht ist. Wer noch Interesse hat soll sich bitte beim Haus Brannenburg oder Peter Soellner anmelden.

MTI Landesbezirkskonferenz

Am 04.12.10 fand in München die mti Landesbezirkskonferenz statt. AIN Mitglieder innerhalb der Gruppe mti (vornehmlich die Bezirke München und Ingolstadt) haben dabei zahlreiche Anträge gestellt, die alle zur Weiterleitung an die mti Bundeskonferenz angenommen wurden. Leider fanden auf der mti Bundeskonferenz am 28./29.03.11 nicht alle unsere Anträge die erforderlichen Mehrheiten.

In der Anlage haben wir den Vortrag zu Stuttgart 21 von Dr. Xaver Brenner angehängt.

 

Die aktuelle Gesundheitspolitik und ihre Auswirkung auf die "Gesetzliche Krankenversicherung"

Seit Jahren jagt in der Gesundheitspolitik eine Reform die nächste und immer wird dabei von den Politikern der Eindruck erweckt, jetzt sind alle Probleme beseitigt. Doch kaum ist die neue Reform in Kraft getreten werden umgehend neuerliche Rufe nach mehr Geld oder einem Systemwechsel laut. Wir haben uns leider an diese Umstrukturierungsorgie gewöhnt.

Mit der „Kopfpauschale“ (auch „Gesundheitsprämie“ genannt) will nun die Bundesregierung unser bisheriges solidarisch finanziertes Gesundheitssystem ersetzen. Dabei muss jeder Versicherte pro Kopf den gleichen Betrag (unabhängig vom Einkommen und Familienstand) entrichten.

Die Bundesregierung weiß aber, ihre Pläne sind in der Bevölkerung alles andere als beliebt. Sie versucht deshalb das System in kleinen Schritten durch sogenannte Zusatzbeiträge einzuführen. Immer mehr Kassen müssen ihre zu geringen Einnahmen (Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds entsprechen nur ca. 95 % der erforderlichen Ausgaben einer Versicherung) über eine, nur von den Versicherten zu zahlenden Zusatzprämie (z. Z. 8 € oder 1 %) zu finanzieren. Bei den ständig steigenden Kosten des Gesundheitssystems ist zu erwarten, dass dieser Betrag in regelmäßigen Abständen weiter angehoben werden muss. Wie lange das von den einzelnen Menschen finanziert werden kann ist je nach Einkommen unterschiedlich. Bei eingefrorenem Arbeitgeberanteil und durch Einsparmaßnahmen bei den Steuerzuschüssen (Überschuldung des Staates) steigt in Zukunft nur noch die Belastung der Versicherten.

Das führt dazu, dass die Gesundheitsleistungen in Zukunft nicht mehr allen in gleicher Weise zur Verfügung stehen werden. Dieser Schritt in Richtung Rationierung oder besser Mehrklassen­medizin ist unsozial und wird zunehmend noch mehr sozialen Zündstoff in die Gesellschaft bringen. Daraus ist klar ersichtlich, dass die aktuellen Pläne der Bundesregierung zu keiner dauerhaften Sicherung unseres Gesundheitssystems führen werden.

Kollege Peter Reher, derzeit Mitglied im Verwaltungsrat der Techniker Krankenkasse, beleuchtet in seiner Präsentation die derzeitige finanzielle Situation der Krankenversicherungen, liefert aktuelle Daten und Prognosen, stellt die Unterschiede in den europäischen Krankenversicherungssystemen dar und erklärt die Unterschiede zwischen „Kopfpauschale" und „Bürgerversicherung".

Eine genauere Betrachtung der vorgestellten Daten und Fakten führt uns zu der Frage:
Ist unser System der "Gesetzlichen Krankenversicherung" (GKV) noch zu retten?