Einstiegentgelt von Ingenieuren, Vergleich der Tarifverträge

In der Sitzung vom 15.03.2013 hat sich der Bundes AIN mit dem Thema „Vergleichbarkeit der Eingruppierung von Ingenieuren“ beschäftigt. Dabei wurden Einstiegentgelte von verschiedenen Firmen und Tarifgebieten verglichen. Da in den verschiedenen Branchen unterschiedliche Wochenarbeitszeiten vereinbart sind, wurde für unsere Befragung mit Betriebsräten als Berechnungsbasis eine 40 Stundenwoche angenommen. Wir weisen darauf hin, dass in der Metall- und Elektroindustrie (West) z.B. die 35 Std Woche als Regelarbeitszeit gilt. Weiter haben wir tarifliche Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld/ Urlaubsgeld), sowie übliche Leistungszulagen berücksichtigt.

 

Dabei wurden folgende Ergebnisse erzielt.

Die besten Einstiegentgelte für Ingenieure (Bachelorabsolventen) werden mit ca. 58.000 € in der Automobilindustrie bezahlt. Sie sind damit etwas über dem tariflichen Entgelt der Metall- und Elektroindustrie. Ein Fachhochschulstudium bedeutet ca. 2.000 € mehr, ein Universitätsdiplom oder Masterabschluss ca. 3.000€ zusätzlich. Zusätzlich haben die Betriebe der Autoindustrie in den letzten 2 Jahren noch eine gewinnabhängige Bonusleistung bezahlt.

Absolventen, die bei nicht tarifgebundenen Unternehmen ihre berufliche Karriere beginnen, haben im Durchschnitt 17% weniger Entgelt (Quelle Hans-Böckler-Stiftung). Dies betrifft insbesondere die meisten Mitarbeiter von Ingenieurdienstleister, die mit tarifgebundenen Unternehmen (z.B. Automobil- Luftfahrtindustrie) ein Werksvertragsverhältnis im Sinne von „Lohndumping“ haben. Um diese Differenzen optisch auszugleichen, wählt man in diesen Betrieben meist die 40 Std.- Woche. Es gibt hier erste Ansätze von Ingenieurdienstleistern, die Tarifverträge mit dem Ziel „equal pay“ abschließen.

In der Chemischen Industrie liegen die Einstiegsentgelte für Bachelorabsolventen unter denen der Metallindustrie, für Master- und Universitätsabsolventen jedoch darüber. (Quelle Tarifvertrag IG BCE)

Völlig abgehängt von der Lohnentwicklung sind die Ingenieure im öffentlichen Dienst. Der Bachelorabsolvent steigt nach der Entgeltordnung der Länder (Tarifvertrag der Länder TVL Teil II, 22.1) in der Entgeltgruppe 10 ein, was einem Jahresgehalt von ca. 35 - 41.600 € entspricht. Universitäts- bzw. Masterabsolventen (wissenschaftliche Hochschulbildung) werden in der Entgeltgruppe 13 eingestuft, was ca. 42 - 48.500 € entspricht. Auf Grund der schlechten Bezahlung darf sich der öffentliche Arbeitgeber nicht über eine geringe Bewerberzahl und/oder schlechte Motivation der Mitarbeiter wundern.

Zur besseren Übersicht hat der AIN für den Gehaltsvergleich eine entsprechende Tabelle erstellt.