Tarifrunde Metall- und Elektoindustrie  2012

Die diesjährige Tarifrunde geht nun nach dem Ende der Friedenspflicht am 28.04.12 in die heiße Phase. Der AIN und die Fachgruppe Industrie stehen dabei im engen Kontakt mit den Kollegen der IGM und sind auch in der Tarifkommission der IGM vertreten. Weiter sind wir seit längerem im Kontakt mit den zuständigen Hauptamtlichen von ver.di. Wir fordern alle ver.di Mitglieder auf, sich an der Aktionen der IGM zu beteiligen. Bei der ver.di Bundesverwaltung wurden auch Vorbereitungen für einen Arbeitskampf getroffen, alle ver.di Mitglieder erhaltem demnach auch Streikunterstützung.

Nun zu den Forderungen:

Neben einer Lohnerhöhung von 6,5% fordert die IGM die unbefristete Übernahme der Auszubildenen und eine erweiterte Mitbestimmung bei der Leiharbeit.

Bei der Entgelterhöhung wurde in der letzten Tarifkommission ausdrücklich der gute Abschluss von ver.di im öffentlichen Dienst gelobt. Der Abschluss bedeutet für die ersten 12 Monate 4%, dies sei auch Maßstab für die IGM.

Die meisten grösseren Firmen haben bereits Betriebsvereinbarungen zur Übernahme ihrer Azubi. Wenn die Arbeitgeber laufend den Fachkräftemangel bejammern, so lässt sich dieser ganz einfach durch die unbefristete Übernahme lösen. Dass sich die Auszubildenden dann "auf die faule Haut" legen, wie die Arbeitgeber immer behaupten, ist ein Märchen. Gerade Betriebe mit einer Übernahmezusage haben die besten Abschlüsse, hier haben die jungen Menschen eine Perspektive und Zukunft und strengen sich an.

Das Thema Leiharbeit ist in den letzten Jahren völlig aus dem Ruder gelaufen. Hier ist dringender Regulierungsbedarf gegeben. Leiharbeit war mal gedacht zur Abdeckung von Produktionsspitzen, aber niemals als Lohndumping mit einer Leiharbeiterquote in einigen Firmen von bis zu 50%. Dass es als Lohndumping genutzt wird, haben die Arbeitgeber zugegeben, indem sie als Gegenleistung für "gleichen Lohn für gleiche Arbeit", eine Reduzierung der Lohnerhöhung von 1 - 1,5% verlangen.

Das Angebot der Arbeitgeber beträgt 3% auf 14 Monate, das sind 2,57% auf 12 Monate. Weiter wird zur Verbesserung der Flexibilität ein Anheben der Quote der 40 Stundenverträge von 13% auf 25% verlangt, sowie die Verlängerung der Befristung auf 24 Monate. Beim Thema Übernahme und Leiharbeit lassen die Arbeitgeber nicht mit sich reden.

Da die Positionen sehr weit auseinander liegen, zeichnet sich ein sehr harte Tarifrunde ab. Die IGM schult bereits ihre Vertrauensleute und Betriebsräte für den Arbeitskampf. In dieser Tarifrunde ist Solidarität gefordert, es geht um mehr als ums Geld, es geht um die Gestaltung der zukünftigen Arbeitswelt.