Tarifabschluss 2015

Im Pilotbezirk Baden – Württemberg wurde in der Nacht vom 23. Auf 24.02.15 in der 4. Verhandlungsrunde der Durchbruch bei der Tarifrunde Metall + Elektroindustrie erzielt und es wurde empfohlen diesen Abschluss, mit Ausnahme des Themas Bildungsteilzeit, auf die anderen Bezirke zu übernehmen.

Im Ergebnis wurde eine Entgelterhöhung von 3,4% ab 1. April 2015 vereinbart, für die Monate Januar bis März eine Einmalzahlung von 150 €. (Azubi 55 €). Die Laufzeit endet am 31.03.2013. Die Altersteilzeit wird bis 31.12.2021 verlängert, die Quote von 4% bleibt bestehen. Mit den Wechsel von der Nettoaufstockung auf eine Bruttoaufstockung wurde gleichzeitig eine verbesserte Aufstockung für die unteren Entgeltgruppen und für Familien vereinbart. Eine 5 jährige ATZ ist für „besonders Belastete“ ab dem 58. Lebensjahr möglich, hier ist eine Quote von 3% bevorzugt zu berücksichtigen. Für alle Übrigen Beschäftigten können ist eine bis zu 4 Jährige ATZ ab dem 61. Lebensjahr möglich.

Eine 6 jährige ATZ kann weiterhin per BV vereinbart werden, ebenso kann die Quote entsprechend erhöht werden. Bestehende Vereinbarungen haben Bestandsschutz.

Werden die Mittel aus der ATZ nicht ausgeschöpft, können diese für eine demographieorientierte Personalpolitik, sprich Bildungsteilzeit verwendet werden.

Beim Thema Qualifizierung und Bildungsteilzeit wurden Verbesserungen vereinbart. So kann man während einer persönlichen, beruflichen Weiterbildung auch eine befristete Teilzeit vereinbaren oder bis zu 5 Jahre aus dem Unternehmen ausscheiden. Auch eine bis zu 7 jährige Bildungsteilzeit (verblockt oder unverblockt) ist möglich.

Kommentar:

Die Arbeitgeber hatten beim Entgelt eine Erhöhung um 2,2 % angeboten, bei der ATZ eine Reduzierung der Quote auf 2% und dies nur für „besonders Belastete“ Mitarbeiter und beim Thema Bildung wollten die Arbeitgeber das Vorschlagsrecht haben.

Der Abschluss in Höhe von 3,4% bezogen auf 15 Monate, ist deutlich über der zu erwartenden Inflationsrate, aber auch ein Kompromiss mit dem die Arbeitgeber gut leben können. Sogar die deutsche Bundesbank und europäische Zentralbank haben in diese Richtung eindeutige Zeichen gegeben.

Beim Thema Altersteilzeit wurde gegenüber der alten Vereinbarung nur sehr geringfügige Verbesserungen erzielt. Als Kompromiss für die Verbesserung für die unteren Entgeltgruppen und Erhöhung der Quote für „besonders Belastete“ wurde der Beginn der ATZ für die Übrigen Beschäftigten auf das 61. Lebensjahr gesetzt. Damit wird der demographischen Entwicklung und der allgemeinen Erhöhung des Renteneintrittsalters Rechnung getragen.

Ein finanzieller Ausgleich für Weiterbildung, sprich Bildungsteilzeit, konnte leider nicht verbindlich erzielt werden. Immerhin ist jetzt tarifvertraglich geregelt, dass jeder Mitarbeiter ein Anspruch auf Bildungsmaßnahmen hat und dafür freizustellen ist. Dies ist ein guter Einstieg und die Entwicklung in den nächsten Jahren wird zeigen, dass dieses Instrument ausgebaut werden sollte.

Das nun vorliegende Ergebnis konnte nur mit massiven Warnstreiks erzielt werden, allen Kollegen/innen die dies unterstützt haben, sei gedankt.

Ulrich Bareiß, Ver.di Vertreter in der Tarifkommission Metall Bayern