Tarifabschluss 2016 in der Metall- und Elektroindustrie

Am 13.05.16 einigten sich die Tarifpartner im Pilotbezirk Nordrhein-Westfalen in der 4. Verhandlungsrunde auf einen neuen Tarifabschluss. Dieser Pilotabschluss wurde auch auf alle anderen Tarifbezirke übernommen.

Im Einzelnen sieht der Abschluss folgende 3 Stufen vor. Für die Monate Mai bis Juli gibt es eine Einmalzahlung von 150 €, die ERA Tabellen gelten bis 30.06.16 entsprechend weiter. Für Azubi gibt es eine Einmalzahlung von 65 €. Die Auszahlung erfolgt mit dem Junientgelt.

Ab 1.7.16 tritt eine tabellenwirksame Erhöhung von 2,8% in Kraft und ab 1.4.2017 nochmals 2 %. Die Laufzeit endet am 31.12.2017.

Allerdings lässt der Tarifvertrag für Betriebe mit schwieriger Ertragslage Ausnahmeregelungen zu. So kann die Einmalzahlung verschoben oder gestrichen werden und die zweite Tarifstufe auch um 3 Monate verzögert werden. Dazu ist ein Antrag des Betriebes bei der IGM und ein entsprechendes Abkommen mit der IGM erforderlich.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Mitgliedern für die solidarische Beteiligung bei den Warnstreiks der tarifführenden IGM. Damit wurde das Ziel der IGM bereits vor Pfingsten ein Abschluss mit einer deutlichen Lohnsteigerung zu erzielen erreicht.

Tarifabschluss 2015

Im Pilotbezirk Baden – Württemberg wurde in der Nacht vom 23. Auf 24.02.15 in der 4. Verhandlungsrunde der Durchbruch bei der Tarifrunde Metall + Elektroindustrie erzielt und es wurde empfohlen diesen Abschluss, mit Ausnahme des Themas Bildungsteilzeit, auf die anderen Bezirke zu übernehmen.

Im Ergebnis wurde eine Entgelterhöhung von 3,4% ab 1. April 2015 vereinbart, für die Monate Januar bis März eine Einmalzahlung von 150 €. (Azubi 55 €). Die Laufzeit endet am 31.03.2013. Die Altersteilzeit wird bis 31.12.2021 verlängert, die Quote von 4% bleibt bestehen. Mit den Wechsel von der Nettoaufstockung auf eine Bruttoaufstockung wurde gleichzeitig eine verbesserte Aufstockung für die unteren Entgeltgruppen und für Familien vereinbart. Eine 5 jährige ATZ ist für „besonders Belastete“ ab dem 58. Lebensjahr möglich, hier ist eine Quote von 3% bevorzugt zu berücksichtigen. Für alle Übrigen Beschäftigten können ist eine bis zu 4 Jährige ATZ ab dem 61. Lebensjahr möglich.

Eine 6 jährige ATZ kann weiterhin per BV vereinbart werden, ebenso kann die Quote entsprechend erhöht werden. Bestehende Vereinbarungen haben Bestandsschutz.

Werden die Mittel aus der ATZ nicht ausgeschöpft, können diese für eine demographieorientierte Personalpolitik, sprich Bildungsteilzeit verwendet werden.

Beim Thema Qualifizierung und Bildungsteilzeit wurden Verbesserungen vereinbart. So kann man während einer persönlichen, beruflichen Weiterbildung auch eine befristete Teilzeit vereinbaren oder bis zu 5 Jahre aus dem Unternehmen ausscheiden. Auch eine bis zu 7 jährige Bildungsteilzeit (verblockt oder unverblockt) ist möglich.

Kommentar:

Die Arbeitgeber hatten beim Entgelt eine Erhöhung um 2,2 % angeboten, bei der ATZ eine Reduzierung der Quote auf 2% und dies nur für „besonders Belastete“ Mitarbeiter und beim Thema Bildung wollten die Arbeitgeber das Vorschlagsrecht haben.

Der Abschluss in Höhe von 3,4% bezogen auf 15 Monate, ist deutlich über der zu erwartenden Inflationsrate, aber auch ein Kompromiss mit dem die Arbeitgeber gut leben können. Sogar die deutsche Bundesbank und europäische Zentralbank haben in diese Richtung eindeutige Zeichen gegeben.

Beim Thema Altersteilzeit wurde gegenüber der alten Vereinbarung nur sehr geringfügige Verbesserungen erzielt. Als Kompromiss für die Verbesserung für die unteren Entgeltgruppen und Erhöhung der Quote für „besonders Belastete“ wurde der Beginn der ATZ für die Übrigen Beschäftigten auf das 61. Lebensjahr gesetzt. Damit wird der demographischen Entwicklung und der allgemeinen Erhöhung des Renteneintrittsalters Rechnung getragen.

Ein finanzieller Ausgleich für Weiterbildung, sprich Bildungsteilzeit, konnte leider nicht verbindlich erzielt werden. Immerhin ist jetzt tarifvertraglich geregelt, dass jeder Mitarbeiter ein Anspruch auf Bildungsmaßnahmen hat und dafür freizustellen ist. Dies ist ein guter Einstieg und die Entwicklung in den nächsten Jahren wird zeigen, dass dieses Instrument ausgebaut werden sollte.

Das nun vorliegende Ergebnis konnte nur mit massiven Warnstreiks erzielt werden, allen Kollegen/innen die dies unterstützt haben, sei gedankt.

Ulrich Bareiß, Ver.di Vertreter in der Tarifkommission Metall Bayern

Tarifabschluss in der Metall und Elektroindustrie

In mehrstündigen Verhandlungen zwischen IGM Bayern und VBM Bayern wurde in der Nacht vom 14./15.05.13 ein überraschend schneller Tarifabschluss gefunden.

Dieser sieht nach dem Auslaufen des Tarifvertrages zum 30.04.13 eine Tariferhöhung ab 01.07.13 um tabellenwirksam 3,4% vor und ab 01.05.14 nochmal 2,2%. Die Laufzeit endet dann am 31.12. 2014, das Ende der Friedenspflicht ist am 31.01.2015 

Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen/ Kollegen, die die Warnstreikaktionen unterstützt haben und damit zu raschen Ergebnis beigetragen haben. Gewerkschaftsmitglieder erhalten die neuen Entgelttabellen von ihren Betriebsräten, den zuständigen Gewerkschaftssekretären oder Mitgliedern des ver.di Fachgruppenvorstandes Industrie.

Der Pilotabschluss Bayern soll auch in den anderen Tarifbezirken übernommen werden.

 

Kommentar:

Wie immer im Leben ist auch dieser Abschluss ein fairer Kompromiss.

Es ist kein überragender IGM Abschluss, er bewegt sich auf dem Niveau der Abschlüsse von anderen Gewerkschaften. Die Erwartungen eines Abschlusses, insbesondere in den boomenden Betrieben, von deutlich über 3% und eine Laufzeit entsprechend der Forderung konnten nicht erfüllt werden.

Die Arbeitgeber haben nun den Vorteil der Planungssicherheit für fast 2 Jahre und können umgerechnet einen Abschluss von unter 3 % darstellen. Und Regelungen für Firmen, denen es schlecht geht gab es schon vorher, im Interesse der Arbeitsplatzsicherung ein durchaus sinnvolles Instrument.

Tarifrunde 2013

Mit der Betriebsrätekonferenz " Zukunft der Arbeit in Bayern" Mitte Oktober des letzten Jahres, an der auch unsere Tarifkommissionsmitglieder teilgenommen haben, wurde die Tarifrunde 2013 der bayrischen Metall- und Elektroindustrie eingeläutet. Hierzu haben wir uns auf der Sitzung in November entsprechend ausgetauscht.

Am 12.12. 2012 fand dann die erste Tarifkommissionssitzung der Tarifrunde 2013 statt. Einleitend wurde nochmal ein Rückblick auf die abgelaufene Tarifrunde gegeben. Insbesondere wurde die Situation zur Übernahme der Auslerner in einer ersten Auswertung dargestellt, sowie die Umsetzung der Regelungen zur Leiharbeit. Festgestellt wurde aber auch, daß das Thema Werkverträge noch eher zunimmt, allerdings müssen hier noch bessere fundamentale Zahlen ermittelt werden und die bestehenden, berieblichen Möglichkeiten besser genutzt werden.

Im zweiten Teil wurden die wirtschaftlichen Rahmenbedingenen anhand der Ergebnisse div. Wirtschaftsinstitude dargestellt. Es ist von einer Inflationsrate von ca. 2% auszugehen, einem leichten Wachstum und einer leicht gestiegenen Produktivität. Allerdings gibt es unterschiedliche Auftragslagen in den verschiedenen Branchen, was eine einheitliche Forderung nicht einfacher macht.

Weiter wurde die Zeitschiene der Tarifrunde besprochen. Wie bekannt enden die Entgelttarifverträge am 30.04.12 und gleichzeitig endet auch die Friedenspflicht.

In der Tarifkommission am 16.01.13 wurden die aktuallisierten Wirtschaftsdaten präsentiert. Weiter wurde einstimmig beschlossen, die Entgelttarifverträge fristgerecht zu kündigen. In einer ersten Diskussionsrunde wurde ein Stimmungsbild aus den Betrieben gegeben. Auf eine konkrete Forderungshöhe wollte sich jedoch kein Diskussionsredner einlassen, man möchte jetzt die Diskussion in den Betrieben führen.

Die 20.02.13 fand eine weitere Tarifkommission statt. Hier wurde eine Zwischenbilanz der Forderungsdiskussion aus den Verwaltungsstellen und Betrieben gezogen. Die meisten Betrieb sind gut ausgelastet. Es ergab sich dabei ein mehrheitliches Bild von um die 6%,  man verabredetet sich, das die Forderung nicht unter 5,5% sein sollte und gab eine entsprechende Empfehlung ab.

In der Tarifkommission am 13.03.13 wurden die  entsprechenden Forderungen beschlosen. Es wurde eine Forderung nach einer Entgelterhöhung um 5,5%, sowie eine Erhöhung der Azubientgelte um 60€ beschlossen. Das Forderungsvolumen von 5,5% wird mit der Preissteigerungsrate von 2%, mit der Produktivitätssteigerung von 1,5% und mit einer Umverteilungskomponente von 2% begründet. Die Azubi möchten langfristig an 50% des Facharbeiter-Entgelts (Entgeltgruppe 5) herangeführt werden, deshalb der Festbetrag.

Am 19.03.13 fand die erste Verhandlungsrunde statt, die IGM hat dabei dem Arbeitgeberverband ihre Forderungen übergeben. Die Arbeitgeber haben die Forderung als zu hoch zurückgewiesen, jedoch kein eigenes Angebot unterbreitet.

In Bayern fand die 2. Verhandlungsrunde am 19.04.13 statt. Dabei haben die Arbeitgeber ein Angebot unterbreitet: Erhöhung der Entgelte um 2,3% ab 1. Juli 2013 mit einer Laufzeit von 13 Monaten. Für die Azubi gestaffelt 20 – 23 € mehr. Bei 2 Nullmonaten, sowie dem Umstand dass im Juni vielfach das Urlaubsgeld bezahlt bzw. berechnet wird, bedeutet das Angebot auf 12 Monaten bezogen eine Erhöhung von 1,9 %. Das Angebot wurde als unverhandelbar zurückgewiesen. Der nächste Verhandlungstermin für den 08.05.13 vereinbart, hier erwartet die IGM ein deutlich verbessertes Angebot.

Am 23.04.13 traf sich die Tarifkommission Bayern der IGM zur Beratung der weiteren Vorgehensweise. Die Friedenspflicht endet am 30.04.13 und es wurde der Terminplan für die Aktionen beschlossen.

Auch am 8.05.13 kam es zu keinem Abschluss, jedoch wurde der 14.05.13 als weiterer Verhandlungstermin vereinbart, des weiteren fanden im kleinen Kreis Verhandlungen statt

Wir werden weiter vom Verlauf der Tarifrunde berichten und bitten unsere Mitglieder sich an den entsprechenden Aktionen zu beteiligen. Wir weisen darauf hin, das die IGM auch im Namen der ver.di Mitglieder, die am 02.07.2001 in der ehemaligen DAG organisiert waren, verhandelt.

Aktuallisiert am 08.05.13

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