Neue MTI Richtlinie, unsere Argumente

Um den veränderten Studiengängen und Berufsbildern Rechnung zu tragen, wurde vom mti Bundesausschuss eine Änderung der mti Richtlinie beschlossen und der ver.di Organisation (Orga) zur Prüfung für die Genehmigung im Gewerkschaftsrat vorgelegt. Wir vom AIN möchten eine noch engere Zusammenarbeit mit der Personengruppe mti, daher haben wir in der entsprechenden Arbeitsgruppe intensiv mitgearbeitet.

Leider zeichnet es sich nun ab, dass die Orga der Einbindung von Naturwissenschaftler und natutwissenschaftlichen Berufen mit entsprechender Zusatzqualifikation, nicht folgen möchte.

 

Wir werden natürlich die neue mti-Richtlinie nicht an der rein formalistischen Aussage der Orga-Abteilung scheitern lassen wollen.

Aber wir vergeben eine große Chance und verhindern die Berichtigung von Fehlern die bei der Gründung von ver.di und mti aus mangelnden Verständnis für die technisch wissenschaftlichen Zusammenhänge entstanden sind. Heute beruht Technik und technische Innovation immer auf aktuellen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Halbwertszeit des vorhandenen technologischen Wissen nimmt ständig ab, die Menge und das notwendige naturwissenschaftliche Grundlagenwissen steigt dagegen ständig an. Meister, Techniker und Ingenieure können heute ihre technischen Tätigkeiten ohne die enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaftlern aus der technologischen Grundlagen- und Anwendungsforschung nicht mehr bewältigen. Aus dieser engen Zusammenarbeit in den Betrieben entstehen für diese Kollegen gleiche Bedürfnisse und Forderungen, sodass es unsinnig wäre sie aus rein formalistischen Gründen zu trennen.

ver.di verpasst eine Chance zur besseren und umfassenderen Vertretung aller technisch Beschäftigten, unsere Hauptargumente sind:.

  1. Naturwissenschaft und Technik gehört heute zusammen, das lässt sich nicht mehr wie früher trennen. Insofern wäre dies keine Erweiterung der Personengruppe mti sondern eine Korrektur einer alten und überholten Richtlinie.

  2. Gerade, wenn wir unsere mti Themen, wie Ausbildung, Studium, Beschäftigungsbedingungen, Entlohnung, Arbeitsicherheit, Technologie und Umwelttechnologien betrachten ist eine Trennung absolut unsinnig.

  3. Auch die Studiengänge der Ingenieurwissenschaften und der verschiedenen naturwissenschaftlichen Studiengänge sind zumeist im Grundstudium sehr ähnlich und spezialisieren sich in den späteren Semestern.

  4. Aus dieser umfassenden Sichtweise haben wir ja auch den AIN (Arbeitskreis Ingenieure und Naturwissenschaftler) so benannt.

  5. Der AIN wird einen Antrag stellen, dass die Naturwissenschaftler wieder in die Richtlinie aufgenommen werden.

 Es wäre schön wenn sich die Orga-Abteilung mit diesen Argumenten nochmal zum Nachdenken zu bewegen liese.

ubar