Fachkräftemangel – Propaganda oder Realität?

Uellenberg setzte sich in seinem Referat mit dem Strukturwandel im Dienstleistungsbereich, mit dem Ergebnis des DGB Index Gute Arbeit und den gestiegenen Belastungen der Arbeitnehmer sowie der Propagandapolitik der Bundesregierung auseinander.

Die Realität sei, dass trotz fehlender Fachkräfte sich vor allem junge Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen und Niedriglohnjobs wieder finden, Üllenberg nennt dies eine Fehlentwicklung der Gesellschaft.

Üllenberg ging zunächst auf die Strategie der Bundesregierung zum demographischen Wandel (Gesetze und Projekte) ein: Mit eiligst einberufenen Gipfeln wird dafür gesorgt, dass das Thema ständig in der Öffentlichkeit bleibt. Themen sind:

Üllenberg benannte dann Beispiele zum Fachkräftemangel. Insbesondere in den sozialen Dienstleistungen besteht ein Mangel. Rechnet man den Ausbau der Kinderbetreuung (+ 30.000) sowie die Verbesserung des Betreuungsschlüssels (+80.000) und den Ersatz ausscheidender Mitarbeiter besteht bei jährlich nur 21.000 ausgebildeten Fachkräften ein erheblicher Mangel.

Auch im Pflegebereich, wo seit 1995 20% Personal abgebaut wurde, besteht ein Bedarf von 175 – 250.000 Mitarbeitern.

Hauptursache sei hier eine falsche Politik und unattraktive Ausbildungeswege (z.B. Schulgeld bei Pflegberufen) und schlechte Bezahlung.

Üllenberg rechnet mit insgesamt 5 Mio Beschäftigte in der sozialen Dienstleistung. Dazu trägt auch der gesellschaftliche Wandel und die Berufstätigkeit von Frauen bei. Um dies zu finanzieren sei ein höheres Steueraufkommen erforderlich.. Ebenso wird die Technik im Dienstleistungsbereich Einzug nehmen. Ohne IT Unterstützung wird in Zukunft nichts mehr möglich sein.

Um den Fachkräftemangel zu begegnen müssen die Rahmenbedingen stimmen, es gibt hier genügend Handlungsfelder für die Politik, für Gewerkschaften du Betriebsräte. Leider wird auf politischer Schiene viel angekündigt, die Themen entsprechend besetzt und wenig effektiv geleistet, mit diesen Worten schloss Üllenberg sein Referat.

Wolfgang Uellenberg, ver.di, Politik und Planung