23. Bayerischer Ingenieuretag am 23. Januar 2015

Ingenieure setzen Maßstäbe

In seiner Begrüßung vor rund 1.000 Gästen, ging Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, auf die Bedeutung der Ingenieure für den technischen Fortschritt und die ökonomische und baukulturelle Entwicklung der heutigen Gesellschaft ein. Er skizzierte dies an der Tradition (25 Jahre Ingenieurkammer Bau, jetzt 6.400 Mitglieder), dem Fortschritt und der Innovation. Ingenieure setzen Impulse für die Zukunftsfähigkeit des Landes.

Ministerialdirektor Dipl.-Ing.Univ. Helmut Schütz, Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr ging in seinem Grußwort auf den Investitionsstau bei der Infrastruktur (Bahn, Brückenbau, etc) ein. Seine Behörde beschäftigt 11.000 Mitarbeiter und vergibt Aufträge in Höhe von 8 Mrd. €/ Jahr. 85% der Planungen werden an freie Ingenieure vergeben, 15% nur noch in Eigenleistung um die Kompetenz zu erhalten. Er mahnte an, dass Ingenieure die Technik verständlich machen sollten und mehr in der Öffentlichkeit sich zu Wort melden sollten.


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Fachkräftemangel – Propaganda oder Realität?

Uellenberg setzte sich in seinem Referat mit dem Strukturwandel im Dienstleistungsbereich, mit dem Ergebnis des DGB Index Gute Arbeit und den gestiegenen Belastungen der Arbeitnehmer sowie der Propagandapolitik der Bundesregierung auseinander.

Die Realität sei, dass trotz fehlender Fachkräfte sich vor allem junge Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen und Niedriglohnjobs wieder finden, Üllenberg nennt dies eine Fehlentwicklung der Gesellschaft.

Üllenberg ging zunächst auf die Strategie der Bundesregierung zum demographischen Wandel (Gesetze und Projekte) ein: Mit eiligst einberufenen Gipfeln wird dafür gesorgt, dass das Thema ständig in der Öffentlichkeit bleibt. Themen sind:

Üllenberg benannte dann Beispiele zum Fachkräftemangel. Insbesondere in den sozialen Dienstleistungen besteht ein Mangel. Rechnet man den Ausbau der Kinderbetreuung (+ 30.000) sowie die Verbesserung des Betreuungsschlüssels (+80.000) und den Ersatz ausscheidender Mitarbeiter besteht bei jährlich nur 21.000 ausgebildeten Fachkräften ein erheblicher Mangel.

Auch im Pflegebereich, wo seit 1995 20% Personal abgebaut wurde, besteht ein Bedarf von 175 – 250.000 Mitarbeitern.

Hauptursache sei hier eine falsche Politik und unattraktive Ausbildungeswege (z.B. Schulgeld bei Pflegberufen) und schlechte Bezahlung.

Üllenberg rechnet mit insgesamt 5 Mio Beschäftigte in der sozialen Dienstleistung. Dazu trägt auch der gesellschaftliche Wandel und die Berufstätigkeit von Frauen bei. Um dies zu finanzieren sei ein höheres Steueraufkommen erforderlich.. Ebenso wird die Technik im Dienstleistungsbereich Einzug nehmen. Ohne IT Unterstützung wird in Zukunft nichts mehr möglich sein.

Um den Fachkräftemangel zu begegnen müssen die Rahmenbedingen stimmen, es gibt hier genügend Handlungsfelder für die Politik, für Gewerkschaften du Betriebsräte. Leider wird auf politischer Schiene viel angekündigt, die Themen entsprechend besetzt und wenig effektiv geleistet, mit diesen Worten schloss Üllenberg sein Referat.

Wolfgang Uellenberg, ver.di, Politik und Planung


 

Qualifizierungsoffensive für Fachkräftesicherung - ein Thema für die betriebliche Interessenvertretung

Fachkräftemangel, Propaganda, Prognose, Strategie und Forderungen

Fachtagung am 23.04.2013 in Berlin, ca. 80 Teilnehmer aus allen ver.di Fachbereichen, sowie einige Teilnehmer von der IGM. Der AIN (Arbeitskreis Ingenieure und Naturwissenschaftler) in der Fachgruppe Industrie war ebenfalls mit 2 Vertreter anwesend, wir berichten an dieser Stelle

Eingangsreferat Petra Gerstenkorn, Mitglied des ver.di Bundesvorstandes

Ist die Qualifizierungsoffensive für Fachkräfte ein Thema für die betriebliche Interessenvertretung? Diese Frage wurde am Anfang gestellt und sollte uns die Tagung über begleiten

Ihr Eingangsreferat stand unter dem Schwerpunkt „Demographischer Wandel und Ausbildung“

Es stehen weniger Auszubildende für den Ausbildungsmarkt zur Verfügung, aber nur wenige Unternehmen bilden vermehrt aus. Unternehmen, die bisher nicht ausgebildet haben, tun dies auch künftig nicht. Bisher konnten Unternehmen sich die Azubi aussuchen, heute werden Ausbildungsplätze mit der Begründung „nicht ausbildungsreif“ nicht besetzt. Dafür gibt es eine erhebliche Zunahme von schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnissen

Die Unternehmen sind gefordert sich hier anzupassen, die Gesellschaft kann sich Jugendliche ohne Abschluss nicht leisten.

Dr. Klaus Heimann, IGM, Moderator der Veranstaltung, stellte den Teilnehmern die Frage, ob der Fachkräftemangel Propaganda oder Realität sei. Die große Mehrheit hält dies schlichtweg für Propaganda der Unternehmen, Indikator hierfür seien u.a. die schlechten Löhne. Nur vereinzelt besteht ein echter Mangel.

Fachkräftemangel – Propaganda oder Realität?

ubar