Ethische Regeln für KI

Die UNI Global Union hat ethische Grundsätze für die Künstliche Intelligenz (KI) festgelegt. Der zunehmende Einsatz von KI, Robotik, Daten und maschinelles Lernen dringt auf unsere Arbeitsplätze vor, verdrängt und verändert Beschäftigung und Arbeit. Daraus resultiert Handlungsbedarf für die Gewerkschaften.

KI ist kein neues Phänomen, doch die Zunahme digitaler Technologien und die riesige Menge an Daten, die Tag für Tag von uns allen produziert wird, geben neue Bedeutung und Dimension. Wir haben es heute mit erweiterten Formen von KI zu tun, die selbstständig lernen können. Bisher hat der Mensch dem Computer eingeben müssen, was ein Verkehrsschild, eine Krebszelle, eine Person oder ein Auto darstellt, heute können es die Maschinen aufgrund vorhergehender Informationen selbst herausfinden.

 

Aus Sicht von UNI Global Union ergibt sich die zentrale Forderung, dass bei KI immer der Mensch und unser Planet im Mittelpunkt stehen muss. Diese Grundregel ist die effektivste Garantie für das Überleben der Menschheit.

Regel 1: KI Systeme müssen transparent sein.

Regel 2: KI Systeme müssen mit einer „Ethik Black Box“ ausgestattet sein. Diese Box sollte nicht nur maßgebliche Daten zur Gewährleistung der Transparenz und der Erklärbarkeit eines Systems enthalten, sondern auch klare Daten und Informationen über die in diesem System eingebauten ethischen Überlegungen beinhalten.

Regel 3: KI soll in erster Linie den Menschen und dem Planeten dienen. Dies umfasst Ethikcodes für die Entwicklung, Anwendung und Nutzung von KI, so dass KI-Systeme über ihren gesamten operativen Prozess hinweg kompatibel bleiben und den Grundsatz menschlicher Würde, Integrität, Freiheit, Privatsphäre, kulturelle und geschlechtsspezifische Vielfalt sowie die grundlegenden Menschenrechte fördern.

Regel 4: Der Mensch muss jederzeit die Kontrolle und die Verantwortung für die Maschine behalten.

Regel 5: Sicherung einer geschlechterneutralen, unvoreingenommenen KI. Jegliche Voreingenommenheit, sei es im Hinblick auf Geschlecht, Rasse, sexuelle Orientierung oder Alter darf nicht vom System verbreitet werden.

Regel 6: Teilen der Vorteile. KI-Technologien sollen möglichst vielen Menschen Nutzen bringen. Der von KI geschaffene wirtschaftliche Wohlstand sollte breitflächig und gleichmäßig verteilt werden, damit die ganze Menschheit davon profitiert.

Regel 7: Sicherung eines gerechten Übergangs und Unterstützung für grundlegende Freiheiten und Rechte.

Regel 8: Einsatz globaler Governance-Mechanismen. Die UNI empfiehlt die Einsetzung aus Vertretern mehrerer Interessengruppen für menschenwürdige Arbeit und ethische KI auf globaler und regionales Ebene.

Regel 9: Verbot der Übereignung von Verantwortung an Roboter.

Regel 10: Verbot eines Wettrüstens mit KI-Waffen.

Es ist Aufgabe der Gewerkschaften, Vertrauensleute, Betriebsräte und globale Allianzen, diese wichtigen Grundsätze in Tarifverträge, globale Rahmenabkommen und multinationale Allianzen festzuschreiben. Dadurch werden die Rechte und der Einfluss von Arbeitnehmer/innen im Zeitalter der Digitalisierung sichergestellt.

Damit KI und alle ihre Anwendungen auf nachhaltige und ethische Weise umgesetzt werden, müssen die Gewerkschaften Einsicht, Einfluss und Rechte im Hinblick auf die unternehmerischen Entscheidungen, die vollständig oder teilweise auf KI basieren, haben. Auf der ganzen Welt gibt es derzeit nur einige wenige Unternehmensabkommen, die diese Arbeitnehmerrechte beinhalten. Es gibt also Handlungsbedarf!

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