Belastungsschutz: Aufgaben, Verantwortung und rechtliche Position im Arbeitsschutz

Gefährdungsbeurteilung zu psychischen Belastungen

 

Referent: Dipl.-Ing. (FH) Christian Humburg
ehemaliger Managementbeauftragter für den Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Deutsche Telekom, mti München

Arbeitgeber/Dienstherren müssen ihre Aufgaben im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zur eigenen rechtlichen Position kennen. Nur dann können Aufgaben, Verantwortung im Arbeits- und Gesundheitsschutz verantwortungsvoll ausgeführt werden. Der gelebte Arbeitsschutz erhöht Zufriedenheit und Motivation der Beschäftigten, was sich positiv auf die Bilanz eines Unternehmens auswirkt. Was psychische Belastungen sind, wurde ausführlich mit Hilfe eines Belastungs-Beanspruchungs-Modells dargestellt. Wahrgenommene Beanspruchung bezieht sich auf die Wechselwirkung, die durch den Arbeitgeber und durch eine betroffene Person selbst zu beeinflussen sind.


Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes, durch physikalische, chemische und biologische Einwirkungen, durch die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit, durch die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken und durch unzureichende Qualifikation und Unterweisung der im Betrieb Beschäftigten. 

Christian Humburg ist der Frage nachgegangen, wie herannahende psychische Belastungen in den Teams/Abteilungen eines Betriebes rechtzeitig erkannt werden können und nicht erst dann, wenn „psychische Erkrankung“ bei einer Person im Team/in der Abteilungen festgestellt wird.
Im Vortrag wurde die Forderung aufgestellt, ein Frühwarnsystem „psychische Gesundheit“ in Betrieben zu installieren und im Rahmen einer Betriebsvereinbarung zu fordern. Dafür können verschiedene im Betrieb vorhandene oder noch zu entwickelnde Kennzahlen für die Darstellung „psychische Gesundheit“ genutzt und zu einer gemeinsamen Kennzahl entwickelt werden.

Folgende Kennzahlen mit jeweiliger Zielbeschreibung kommen dafür infrage:

  • Gesundheitsquote,
  • Unfallquote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle,
  • Resturlaub – Erholungsurlaub, Überzeitaufkommen,
  • Personalabbau, Fluktuation
  • Medical Check – Auswertung Blutdruck, BMI und Rückenschmerzen
  • Betriebsarzt- Beratungsleistung
  • Psychosoziale Beratung für Mitarbeiter und Führungskräfte,
  • Ergebnisse aus Mitarbeiterbefragung (MAB) wie Belastung, Ressourcen, Gesundheit
  • BKK-Report – Erkrankungsfälle und mittlere Erkrankungsdauer,

Fälle der BEM – Betriebliche WiedereingliederungUnterschiedlich formulierte Fragen eines Betriebsrats/Personalrats an den Arbeitgeber/Dienstherrn zur Gefährdungsbeurteilung rundeten den Vortrag ab.

c.hum